Press Release

Applikationsbericht

ANTRIEBE VERPASSEN SCHWEIZER KÄSE EINE ABREIBUNG

Ein Schweizer Hersteller für Spezialmaschinen zum vollautomatischen, Drehen und Waschen von Käsen – ein grundlegender Schritt beim Käsereifungsprozess – verlässt sich auf Drehstromantriebe von Control Techniques.

Eine von der LEU Anlagenbau AG aus Uetendorf gefertigte Maschine pflegt Tag und Nacht unermüdlich Käselaibe. Mitverantwortlich sind bis zu 12 Regelantriebe, die das Zürcher Drive Centre von Control Techniques liefert.

Die Käseherstellung ist in der Schweiz ein seit Jahrhunderten gehegtes und gepflegtes Handwerk. Der zentnerschwere Emmentaler-Käselaib gehört zum traditionellen Bild der Schweiz wie das Offiziersmesser oder die Trachtengruppe.

In der Schweiz produzieren knapp 1’200 Molkereien pro Jahr etwa 170’000 Tonnen Käse. Der grösste Teil hiervon wird in Form von Blöcken oder runden Laiben erzeugt, deren Gewicht von wenigen 100 Grammen bis hin zu 100 kg reichen kann. Im Laufe des Reifungsprozesses werden die Käse in temperaturgeregelten Kellern für einen Zeitraum von zwei Monaten bis zu drei Jahren gelagert, bis sie vollständig gereift sind. Junge Käselaibe müssen täglich gewendet und mit Lake abgewaschen werden – ein Prozess, der das Wachstum der Oberflächenbakterien steuert und zu Charakter und Geschmack des Käses beiträgt. In fortgeschrittenem Alter ist dies weniger häufig erforderlich. Dennoch muss dieser schwere und arbeitsintensive Vorgang in den Käsekellern landauf landab täglich millionenfach durchgeführt werden. Für Käseproduzenten wird es immer schwieriger Personal zu finden, das diese schwere Arbeit in rauem Klima ausführt.

Unter diesem Aspekt ist es kaum verwunderlich, dass eine unternehmungslustige Schweizer Firma hier mit einer Lösung in die Bresche sprang. Diese umständliche und kräftezehrende Aufgabe wird von vollautomatischen ‚Robotern’ erledigt. LEU Anlagenbau AG stellt seit 1993 Käsepflegeroboter her. Die ersten Modelle waren für die Pflege der grossen und schweren Emmentaler-Laibe bestimmt. Zwischenzeitlich wurde die Produktepalette für alle gängigen Käseformate erweitert. Aufgrund der unterschiedlichen Käsekeller und Käseformate müssen die meisten Modelle massgeschneidert nach den Vorgaben der Kunden produziert werden.

Bei der jüngsten Generation ihrer Maschinen stieg die Firma auf Drehstromantriebe von Control Techniques um. “Uns war bekannt, dass Control Techniques gute Produkte liefert,” berichtet Projektingenieur Thomas Kilchenmann. “Wir hatten bereits den Unidrive Classic zur Ansteuerung des vertikalen Liftes eingesetzt und für sehr zuverlässig befunden; daher stiegen wir natürlich bei der Einführung des neuen Unidrive SP auf diesen Antrieb um. Allerdings steht in den Steuerschränken vor Ort Platz nur in sehr beschränktem Maße zur Verfügung, so dass wir sehr kompakte Antriebe für die anderen Achsen benötigten. Als die Commander SK-Baureihe vorgestellt wurde, entschieden wir uns für Control Techniques als Lieferanten für unsere Antriebe.”

Der Käsepflegeroboter wird batteriegespiesen durch den Bediener in einen Gang gefahren. Anschliessend wird die Maschine am elektrischen Netz angeschlossen. Der Bediener kann am Bildschirm eingeben, welche Käselaibe er im entsprechenden Gang pflegen will. Der Roboter fährt frei zu den entsprechenden Reihen. Dazu orientiert er sich an den Gestellen. Je nach Käsegrösse werden die Laibe einzeln oder gleich mehrere Käselaibe mit dem Brett aus dem Gestell geholt. Anschliessend werden die Käselaibe gewendet und in die Pflegestation gefahren. Dort werden sie mit Bürsten und Salzwasser entsprechend den eingestellten Pflegeprogrammen gewaschen. Zwischenzeitlich holt die Maschine bereits die nächsten Käselaibe aus dem Gestell und die gepflegten werden wieder zurückgestellt.

Damit der Roboter optimal an einen Keller und die Pflege an die Käselaibe abgepasst werden kann, werden alle Achsen mit Control Techniques-Frequenzumformern oder Servoantrieben geregelt. Der Unidrive SP ist verantwortlich für die schnelle und exakte Positionierung beim Holen und Zurückstellen der Käselaibe. Je nach dem Gewicht der Käse sind Motoren bis zu einer Leistung von 7.5 kW erforderlich. “In der neusten Maschinengeneration setzten wir die Anwendungsmodule innerhalb des Unidrive SP als Positionsregler ein,” sagt Thomas Kilchenmann, “wobei das Feedback für die absolute Positionierung von einem Sin/Cos-Encoder stammt.” Die übergeordnete Steuerung ist über ein Bussystem gekoppelt und gibt nur noch die anzufahrende Position vor und erhält die entsprechende Positionsrückmeldung. Die reproduzierbare Positioniergenauigkeit liegt bei ± 0,01 mm.  >>>>>>>

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